Habt ihr Lust auf einen kleinen Ausflug nach Südamerika? Prima, denn im August ist Paraguay das Reiseziel der Aktion „Die kulinarische Weltreise“ . Ich habe mich für Pastafrola de Guayaba entschieden. Die Kombination aus buttrigem Mürbeteig und der fruchtigen Guavenfüllung hat mich sofort neugierig gemacht. Und optisch bringt die kräftig rote Füllung unter dem goldbraunen Teiggitter auch noch ordentlich Farbe auf den Teller.
Guave statt Quitte
Das war für mich der interessanteste Teil dieses Rezeptes. Ich kenne Pastafrola vor allem mit Quittenpaste, die in Paraguay übrigens auch sehr beliebt ist. Diese Variante wird dagegen mit Dulce de Guayaba, einer festen Guavenpaste, gefüllt und ist in Paraguay mindestens genauso bekannt. Ich habe dafür Bocadillo de Guayaba* verwendet. Diese feste Guavenpaste wird einfach mit etwas Orangensaft erwärmt, bis sie streichfähig ist.
Wie schmeckt eine Guave eigentlich? Das Aroma der Guave ist schwer mit nur einer Frucht zu vergleichen. Sie ist süß und leicht säuerlich, intensiv fruchtig und hat eine leicht exotische, fast beerige Note. In der eingekochten Form wird das Aroma noch konzentrierter.
Zusammen mit dem buttrigen Mürbeteig ergibt sich ein schöner Kontrast: mürbe, buttrig und eher zurückhaltend auf der einen Seite – intensiv fruchtig und süß auf der anderen.
Die Küche Paraguays
Die paraguayische Küche ist geprägt von Guaraní-Indigenen Traditionen und europäischen Einflüssen. Mais, Maniok und Mandiokastärke spielen eine wichtige Rolle. Dazu kommen Zutaten und Gerichte, die durch die Einwanderung aus Europa ihren Weg in die Küche des Landes gefunden haben. Auch bei den Süßspeisen zeigt sich diese Mischung. Neben traditionellen paraguayischen Desserts wie Mbaipy he’ê oder Koserevá haben sich europäische Backtraditionen etabliert.
Die Geschichte der Pastafrola
Der Name geht auf die italienische pasta frolla, einen klassischen italienischen Mürbeteig, zurück. Verwandt ist die Pastafrola auch mit der italienischen Crostata. Durch europäische Einwanderer gelangte diese Art von Gebäck nach Südamerika und entwickelte sich dort weiter.
Heute gehört Pastafrola zur Küche mehrerer südamerikanischer Länder, besonders Argentinien, Uruguay und Paraguay. Die Füllungen unterscheiden sich dabei. Während man in Argentinien und Uruguay häufig Dulce de Membrillo, also Quittenpaste, oder auch Süßkartoffelpaste verwendet, ist in Paraguay die Variante mit Guayaba – Guave – besonders verbreitet. In Paraguay gehört die Pastafrola zur Merienda, der traditionellen Zwischenmahlzeit, und wird gerne zu Kaffee, Tee oder Mate gereicht.
Meine Tipps für die Pastafrola
Bocadillo statt Guavenmarmelade:
Für dieses Rezept ist feste Guavenpaste ideal. Sie lässt sich erwärmen und anschließend sehr schön verstreichen. Flüssige Guavenmarmelade wäre für die Pastafrola zu weich.
Nicht zu viel Flüssigkeit verwenden:
Beim Erwärmen zunächst nur wenig Orangensaft dazugeben. Die benötigte Menge hängt davon ab, wie fest dein Bocadillo ist.
Kein zusätzlicher Zucker in die Füllung:
Bocadillo ist bereits sehr süß. Die 90 g Zucker im Mürbeteig reichen für eine gute Balance.
Nicht zu heiß backen:
Die Guavenfüllung soll fest bleiben und nicht stark karamellisieren. 180 °C Ober-/Unterhitze funktioniert für meine Variante gut.
Die Zubereitung
Zuerst bereitet ihr aus Mehl, Butter, Zucker, Ei, Eigelb, Vanilleextrakt, Zitronen-Abrieb und Salz einen Mürbeteig zu. Den teilt ihr am besten direkt auf (2/3 für den Boden, 1/3 für das Gitter), wickelt sie jeweils als flache, rundliche Fladen in Folie und legt diese für 1 Stunde in den Kühlschrank.
In der Zwischenzeit hackt ihr die Guavenpaste und erwärmt sie mit etwas Orangensaft und Zitronensaft, bis sie weich und streichfähig ist.
Nach der Kühlzeit zuerst aus der größeren Teigportion den Boden und Rand rund ausrollen und in eine Tarte- oder Springform legen. Die noch leicht warme Füllung streicht darauf. Die kleine Teigportion ebenfalls ausrollen und Streifen aus dem Teig schneiden. Diese gitterförmig über die Füllung legen und die Ränder andrücken. Ich habe den Rand mit den Zinken einer Gabel rundherum angedrückt. So sieht der Rand schön gleichmäßig aus. Jetzt nur noch das Gitter und den Rand mit Ei-Streiche einpinseln und die Pastafrola für ca. Minuten backen. Anschließend komplett abkühlen lassen.
Mein Fazit
Die Pastafrola de Guayaba ist für mich eine schöne Entdeckung. Das Grundprinzip ist vertraut: Mürbeteig, Fruchtfüllung und ein Teiggitter. Die Guave gibt dem Kuchen aber einen ganz anderen Charakter. Und genau das mag ich an der kulinarischen Weltreise: Man nimmt ein bekanntes Rezept und entdeckt darin eine Variante, die plötzlich ganz anders schmeckt.
Südamerikanische Rezepte auf dem Blog
- Argentinische Empanadas mit vegetarischer Kartoffel-Käse-Füllung
- Come y Bebe – Fruchtsalat aus Ecuador
- Chilenische Empolvados mit Dulce de Leche
- Churros mit Schokoladensauce
Weitere Köstlichkeiten aus Paraguay
Schauen wir doch mal, was die anderen Teilnehmenden der Aktion für landestypische Leckereien für euch gezaubert haben:
Wilma von Pane-Bistecca mit Caipirinha und mit Chipa So’o – gefuelltes Brot aus Paraguay
Britta von Brittas Kochbuch mit Guiso de Gallina – Hähncheneintopf aus Paraguay
Susanne von magentratzerl mit Mbejú – Käsepfannkuchen
Jenny von Jenny is baking mit Mbeju – glutenfreie Käsepfannkuchen
Regina von bistroglobal mit Lomito Arabe
Friederike von Fliederbaum mit Sopa paraguaya (Maisauflauf) und Salsa criolla
Die Aktion läuft noch bis Ende des Monats und wird regelmäßig aktualisiert.
Pastafrola de Guayaba für euer Pinterstboard
Habt ihr das Rezept ausprobiert?
Dann lasst gerne einen Kommentar und eine Sterne-Bewertung da. Das hilft mir und anderen Lesenden sehr. Teilt gerne ein Foto und markiert mich @kuechenmomente oder nutzt #kuechenmomente auf Instagram. Ich freue mich immer total darüber, wenn ich eure (Back)Werke zu sehen bekomme! DANKE!
![]()
*Diese Seite enthält einen so genannten Affiliate Link. Solltest du über diesen Link z.B. auf Amazon einen Einkauf tätigen, bekomme ich ein finanzielles Dankeschön von Amazon. Dir entstehen dabei keine Kosten.







