Janssons Versuchung – Schwedischer Kartoffelauflauf

Weihnachtsessen Schweden

Herzhaftes, Weihnachten | 2. Dezember 2019 | Von

Heute gibt es mal ganz „außer der Reihe“ an einem Montag einen Beitrag von mir und das hat natürlich einen Grund. Ich darf in diesem Jahr das 2. Türchen des Kulinarischen Adventskalenders, den zorra seit einigen Jahren veranstaltet, bestücken. Wie immer gibt es neben 24 weihnachtlichen Rezepten von großartigen Bloggern bei der Aktion auch zwei Verlosungen, bei denen ihr fantastische Preise gewinnen könnt. Ihr solltet euch also kein Türchen entgehen lassen!

Banner Kulinarischer Adventskalender

Ich durfte ja bereits im letzten Jahr dabei sein, auch damals gab es ein weihnachtliches Rezept aus Schweden, die Mandelmuscheln mit Glögg-Beeren und Zimtsahne. Dieses Jahr gibt es wieder etwas aus Schweden, zur Abwechselung mal etwas Herzhaftes, aber nicht weniger Weihnachtliches.

Janssons Versuchung (schwedisch Janssons frestelse) ist ein Auflauf aus Kartoffeln, Zwiebeln, schwedischen! Ansjovis und Sahne und gehört in Schweden traditionell zu jedem Weihnachtsessen dazu, wird aber auch das ganze Jahr über gerne gekocht und gegessen. Kurz zu den Ansjovis – die sind nicht zu vergleichen mit den Anchovis- oder Sardellenfilets, die man bei uns in jedem Supermarkt bekommt. Die schwedischen Ansjovis ist eine eingelegte Ostsee-Sprottenart, die man als Halbkonserve in gut sortierten Supermärkten oder halt online meistens unter dem Begriff Appetitsild finden und erwerben kann. Geschmacklich sind die Ansjovis deutlich milder als „unsere“ Anchovis- oder Sardellenfilets.

Janssons Versuchung schwedischer Auflauf mit Kartoffeln

Es gibt übrigens drei Überlieferungen, wie dieses Gericht zu seinen Namen gekommen ist. Sehr verbreitet ist die Version, dass der schwedische Opernsänger Per Adolf „Pelle“ Janzon  ( † 1889) der Erfinder und Namensgeber war. Auch die Legende von einer Restaurant-Besitzerin, die einen Stammgast Namens Jansson, den sie heimlich verehrte und mit diesem Auflauf beeindrucken wollte, wäre möglich. Eher unromantisch aber genauso plausibel wäre die Variante, die der Schwede Gunnar Stigmark in einem Artikel im Gastronomisk kalender beschreibtDort ist zu lesen, dass Stigmarks Mutter und eine für einen Gesellschaftsabend engagierte Köchin sich des Titels eines Kinofilms von 1929 (Janssons frestelse) für dieses Gericht bedient haben. Also mir gefällt die zweite Story am besten, geht Liebe doch bekanntlich durch den Magen 😉 .

Janssons frestelse schweidischer Kartoffelauflauf zu Weihnachten

Die Zubereitung aus den wenigen Zutaten ist wirklich simpel. Die Kartoffeln (ich habe eine „vorwiegend festkochende“ Sorte verwendet) schälen und in feine Stäbchen schneiden. Die Zwiebeln fein würfeln und glasig dünsten. Die Ansjovis ebenfalls kleinschneiden. Dann wird eine Auflaufform schichtweise befüllt. Rohe Kartoffel-Stäbchen, darauf Zwiebeln und Ansjovis mit etwas Fischsud aus der Dose. Der Vorgang wird noch einmal wiederholt und abschließend mit einer Schicht Kartoffeln bedeckt. Nun noch Sahne darüber gießen, etwas Semmelbrösel und einige Butterflocken darauf geben und ab damit in den Ofen. 

Janssons Versuchung Kartoffel-Auflauf mit Fisch Schweden

Als mein Sohn sein erstes Weihnachtsfest in Schweden verbracht hat, bekamen wir eine Menge Bilder von den vielen weihnachtlichen Köstlichkeiten geschickt, die dort mit viel Aufwand und Liebe zubereitet wurden. Besonders begeistert war er von Anfang an von diesem Auflauf, deshalb hat er auch gleich einen kleinen Vorrat an Ansjovis und das Rezept aus dem verschneiten Schweden mitgebracht.

Mit dem Schnee haben wir es hier ja noch nicht so, aber bis Weihnachten ist ja auch noch etwas hin. Zeit genug, euch die schwedischen Ansjovis zu besorgen und den leckeren Kartoffel-Auflauf auszuprobieren.

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Öffnen der restlichen Adventskalender-Türchen und drücke euch die Daumen bei den Verlosungen.

unterschrift

 

 

Janssons Versuchung - Schwedischer Kartoffelauflauf
Serves 2
Typisches Weihnachtsessen in Schweden
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Prep Time
25 min
Cook Time
55 min
Prep Time
25 min
Cook Time
55 min
Ingredients
  1. 500 g Kartoffeln
  2. 1 Dose Appetitsild (Ansjovis)
  3. 2-3 Zwiebeln
  4. 250 ml Sahne
  5. 1 EL Semmelbrösel
  6. 2 EL Butter
  7. 1 EL Butter für die Form
ZUBEREITUNG
  1. Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  2. Eine Auflaufform mit etwas Butter einfetten.
  3. Die Kartoffeln schälen und in feine Stäbchen schneiden. Zur Sseite stellen.
  4. Die Ansjovis abgießen, den Sud aber auffangen. Die Ansjovis-Filets klein schneiden.
  5. Die Zwiebeln schälen, in feine Würfel schneiden und in einer Pfanne mit etwas Butter glasig dünsten.
  6. Ungefähr 1/3 der Kartoffel-Stäbchen in der Auflaufform verteilen. Jeweils die Hälfte der Zwiebeln und der Ansjovis darauf geben. Mit etwas Ansjovis-Sud beträufeln. Das Ganze noch einmal wiederholen und die restlichen Kartoffel-Stäbchen als obere Schicht in die Form geben.
  7. Die Zutaten gleichmäßig mit Sahne übergießen. Mit Paniermehl bestreuen und die restliche Butter in Würfeln darauf verteilen.
  8. Den Auflauf für ca. 45-50 Minuten backen. Die Oberfläche sollte goldbraun und knusprig sein.
Küchenmomente https://www.kuechenmomente.de/
Janssons Versuchung Pinterstpost

Kommentare

  1. Leave a Reply

    zorra vom kochtopf
    2. Dezember 2019

    Eine köstliche Versuchung und ich bin auch für die romantische Version. Eh, klar oder? Danke für das schöne Türchen!

    • Leave a Reply

      Tina
      2. Dezember 2019

      Das habe ich mir doch gedacht 😉 … Danke, dass ich wieder dabei sein darf.
      Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit
      Tina

  2. Leave a Reply

    Jenny
    2. Dezember 2019

    Man lernt wirklich immer dazu, ich wusste bis dato gar nicht, dass es eine schwedische Variante der Sardellen gibt!

    • Leave a Reply

      Tina
      2. Dezember 2019

      Hallo Jenny,
      so geht es mir auch ständig. Man lernt halt (zum Glück) nie aus…
      Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit
      Tina

  3. Leave a Reply

    Petra
    2. Dezember 2019

    Gibts den „Appetitsild“ vielleicht im Blauhelmen Möbelhaus? LG Petra

    • Leave a Reply

      Tina
      2. Dezember 2019

      Hallo Petra,
      ich muss gestehen, ich habe mir den bisher immer aus Schweden mitbringen lassen, deshalb habe ich beim Möbelhaus noch nie bewusst danach geschaut. Obwohl ich mir das, gerade in der Weihnachtszeit, sehr gut vorstellen kann. Bei REWE oder Marktkauf bekommst man den aber auf jeden Fall.
      Liebe Grüße
      Tina

  4. Leave a Reply

    Susanne
    3. Dezember 2019

    Danke für das Rezept und den Einkaufstipp, wenn ich das nächste Mal in der Nähe eines Rewe bin, muß ich gucken gehen nach diesen Fischlein.
    Herzliche Grüße
    Susanne

    • Leave a Reply

      Tina
      3. Dezember 2019

      Hallo Susi,
      klar, immer wieder gerne 😉 .
      Viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen.
      Liebe Grüße
      Tina

  5. Leave a Reply

    Susanne
    3. Dezember 2019

    Danke für das Rezept, aber bei Rewe hab ich nur die üblichen Sardellenfilets von Dittmann gefunden.
    Herzliche Grüße
    Susanne

  6. Leave a Reply

    Britta von Backmaedchen
    6. Dezember 2019

    Liebe Tina, für mich als nicht Fischesser wäre das nix aber es sieht super lecker aus und bestimmt für Fischliebhaber ein wahrer Gaumenschmaus. Ich wünsche Dir noch eine schöne Adventszeit.

    Herzliche Grüße
    Britta

    • Leave a Reply

      Tina
      10. Dezember 2019

      Liebe Britta, dann ist dieser Auflauf ja nicht gerade eine Versuchung für dich 😉 …
      Aber da kann man hat nix machen, den Fisch schmeckt man defintiv heraus und das soll ja auch so sein.
      Beim nächsten Mal treffe ich hoffentlich auch wieder deinen Geschmack.
      Herzliche Grüße
      Tina

  7. Leave a Reply

    Conny
    7. Dezember 2019

    Liebe Tina!
    Das werde ich ganz bestimmt nachkochen – ich bin doch so eine Kartoffel… Und bei der romantischen Enstehungsgeschichte nochmal lieber. Variante 1 und 3 möglicher Benennung ignoriere ich einfach. Was für ein schönes Türchen!
    Herzlichst, Conny

    • Leave a Reply

      Tina
      10. Dezember 2019

      Liebe Conny,
      das freut mich sehr. Das ist wirklich so ein Auflauf, den man nach Feierabend schnell in den Ofen schieben kann.

      Herzliche Grüße
      Tina

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